Fachschule des Sozialwesens (FSW) Praxisintegrierte Ausbildungsform (PiA)
Du arbeitest gerne für und mit Menschen und möchtest Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein Stück auf ihrem Weg begleiten? Dann ist die praxisintegrierte Erzieherausbildung genau das Richtige. Das Besondere: Statt zwei Jahre Schule und anschließendem Anerkennungsjahr wechselst du über alle drei Jahre wöchentlich zwischen Schule und Einrichtung – und wirst dabei von Anfang an vertraglich vergütet.
Was muss ich mitbringen?
Es führen mehrere Wege in die Ausbildung. Du erfüllst die Voraussetzungen, wenn du einen dieser Abschlüsse hast:
- Fachhochschulreife im Sozial- und Gesundheitswesen, oder
- Abitur oder Fachabitur plus Nachweis einschlägiger Praktika im Umfang von 240 Stunden (oder den Nachweis, dass du ein solches Praktikum antrittst), oder
- Fachoberschulreife plus ein zweijähriger berufsqualifizierender Abschluss (z. B. Kinderpfleger:in, Sozialassistent:in), oder
- Fachoberschulreife plus fünf Jahre einschlägige Berufstätigkeit, oder
- Fachoberschulreife, eine abgeschlossene (nicht einschlägige) Berufsausbildung und 240 Stunden einschlägige Praktika
Dazu kommen zwei feste Bausteine:
- ein 3-jähriger Ausbildungsvertrag mit einem anerkannten Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der mit dem AH-BK kooperiert
- ein aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (muss spätestens am ersten Schultag vorliegen und darf dann höchstens drei Monate alt sein)
Gut zu wissen: Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr zählen als einschlägige berufliche Tätigkeit. Bei Fragen zur Anerkennung deiner Voraussetzungen melde dich einfach direkt bei uns.
Was habe ich davon?
Am Ende hast du den Berufsabschluss „Staatlich anerkannte:r Erzieher:in“ – einen anerkannten, gefragten Beruf mit vielen Möglichkeiten.
Der große Vorteil der PiA: Du lernst von Tag eins an in der Praxis mit und wirst über die gesamten drei Jahre vertraglich vergütet. Du musst dich also nicht zwischen Ausbildung und Verdienst entscheiden – du bekommst beides.
Was erwartet mich in der Ausbildung?
Über die gesamte Ausbildungszeit wechselst du Woche für Woche zwischen Fachschule und sozialpädagogischer Einrichtung. Theorie und Praxis greifen so direkt ineinander:
- 1. Jahr: 3 Tage Schule (Mi–Fr), 2 Tage Praxis (Mo, Di)
- 2. Jahr: 2 Tage Schule (Mo, Di), 3 Tage Praxis (Mi–Fr)
- 3. Jahr: 2 Tage Schule (Do, Fr), 3 Tage Praxis (Mo–Mi)
Im 2. Ausbildungsjahr absolvierst du zusätzlich ein 8-wöchiges Praktikum in einem anderen sozialpädagogischen Arbeitsfeld, um deinen Blick zu weiten.
In der Schule lernst du in Unter-, Mittel- und Oberstufe:
Differenzierungsbereich: z. B. Instrumentalunterricht oder Theaterspiel
Allgemeine Fächer: Deutsch/Kommunikation, Englisch, Politik/Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften
Berufsbezogene Lernfelder: z. B. berufliche Identität entwickeln, pädagogische Beziehungen und Gruppenarbeit gestalten, Lebenswelten und Diversität verstehen und Inklusion fördern, Bildungsarbeit professionell gestalten, Erziehungspartnerschaften mit Eltern gestalten sowie Team und Netzwerke entwickeln
dazu Religionspädagogik, Vertiefungsbereiche, Projektarbeit und die Praxis in den Einrichtungen
Was läuft außerhalb des Unterrichts?
Projektwoche
In der 11 gibt’s eine Projektwoche – die letzte volle Schulwoche vor den Sommerferien. Du suchst dir ein Thema aus, das dich interessiert, und arbeitest kreativ daran, zusammen mit Leuten aus anderen Jahrgängen und Bildungsgängen.
Praktikum – dein Praxis-Check
Zum Bildungsgang gehört ein halbjähriges Praktikum (24 Wochen). Keine Sorge, das musst du nicht alles am Stück selbst wuppen:
- 8 Wochen stecken schon im praktischen Unterricht drin.
- 4 Wochen machst du in der 11 als richtiges Praktikum.
- Die restlichen 12 Wochen organisierst du selbst – vor dem Start, in den Ferien oder nach der Prüfung.
Wichtig zu wissen: Diese 12 Wochen brauchst du nur, wenn du an eine Fachhochschule studieren willst. Wenn du eine Ausbildung machen möchtest, reicht das Fachabi auch ohne diesen Teil.
Wie bewerbe ich mich?
Weil die PiA an einen Ausbildungsvertrag gekoppelt ist, läuft die Bewerbung in zwei Richtungen – du bewirbst dich sowohl bei einem Träger als auch bei uns:
- Du bewirbst dich bei einem Träger, der „PiA“ anbietet, und am AH-BK.
- Wir prüfen deine Unterlagen und teilen dir und dem Träger schriftlich mit, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
- Wir laden dich zu einem Kontaktgespräch ein, um dich kennenzulernen.
- Sagt der Träger dir einen Praktikumsplatz zu, füllt er die Absichtserklärung aus.
- Diese Absichtserklärung reichst du (oder der Träger) bei uns nach.
- Du und der Träger erhalten die schriftliche Aufnahmebestätigung.
- Zum Schluss reichst du deinen Praktikumsvertrag in der Schule ein.
Für die Anmeldung am AH-BK brauchst du: Anmeldeformular, tabellarischen Lebenslauf, Zeugniskopien (FOR/FHR/Abitur) sowie ggf. Nachweise über Berufsausbildung oder Praktika. Absichtserklärung, Trägervertrag und erweitertes Führungszeugnis reichst du nach.
Und danach?
Als Erzieher:in stehen dir viele Türen offen – du kannst in ganz unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten, zum Beispiel in:
- Kindertageseinrichtungen und Offenen Ganztagsschulen (OGGS)
- Kinderheimen, Wohngruppen und Einrichtungen für Betreutes Wohnen
- der mobilen Kinder- und Jugendarbeit („Streetwork“) und bei Jugendverbänden
- der Familienhilfe, in Mutter-Kind-Heimen oder Kurhäusern
- oder als Tagesmutter/Tagesvater
Hast du noch Fragen? Melde dich!
Anmeldung: Formular zum Ausdrucken zusammen mit einer Kopie deines letzten Zeugnisses einreichen (das Halbjahreszeugnis kannst du auch nachreichen).
Bildungsgangleiterin: Frau Denniger
Sekretariat: Frau Pieniak
